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Vegane und nicht vegane Inhaltsstoffe zu unterscheiden ist manchmal gar nicht so einfach. Einerseits kann die Bezeichnung verwirrend sein, andererseits werden manche Stoffe nur mit einer E-Nummer deklariert. Manche Produkte werden als vegetarisch bezeichnet, obwohl sie sogar vegan sind. Damit ihr wisst auf was ihr achten müsst, werden nun ein Paar Begriffe erklärt. Hier findet ihr die Liste der E-Stoffe, die ich hierfür durchgeschaut habe.

Stoffe ohne E-Nummern

Bei manchen Stoffen ist es offensichtlich, dass sie von Tieren stammen. Glüchlicherweise sind viele wegen eventuellen Lebensmittelunverträglichkeiten auch noch fett oder groß gedruckt, was es einem einfacher macht, da aber Eier zum Beispiel nicht zu den Allergenen zählen, kann man sie trotzdem leicht überlesen.
Nicht vegan sind also neben Käsesorten wie Edamer, Emmentaler, Ricotta (nicht zu verwechseln mit der Salat-Sorte Rucola) schonmal Butterreinfett, Eigelb, Eiklar, Eiweiß (es sei denn, es ist Soja- oder anderes Pflanzen-Eiweiß oder Mykoprotein von Pilzen), Hühnerei-Eiweißpulver, Joghurtpulver, Magermilchpulver, Milcheiweiß, Molkeerzeugnis, Süßmolkepulver, Vollei und Vollmilchpulver.
Milchsäure hingegen ist dabei unbedenklich (siehe Konservierungsstoffe).

Cystin: vegan / nicht vegan

Dieser Stoff kann entweder durch Bakterien (E. coli) hergestellt oder aus Federn, Haaren oder Hufen von Tieren extrahiert werden. Daher kann man leider nicht ausschließen, dass er aus tierischer Quelle stammt.

Gelatine: nicht vegan

Gelatine ist ein Bindemittel, das aus Haut oder Knochen von Schweinen, Rindern, Vögeln und Fischen gelöst wird.

Palmöl: vegan

Für dieses immer häufiger eingesetzte Öl werden leider große Flächen an Regenwald gerodet und somit der Lebensraum vieler Tiere und Pflanzen zerstört. Es ist daher zwar vegan, trägt aber einen bitteren Beigeschmack.

Wollwachs: nicht vegan

Wollwachs ist ein Sekret, das im Schweiß vom Schafen in ihre Wolle gelangt und durch aufwendige verfahren rausgewaschen wird.

E100-E180: Lebensmittelfarbstoffe

Die Farbstoffe werden meistens synthetisch hergestellt oder aus Pflanzen extrahiert und sind daher größtenteils vegan, bis auf eine Ausnahme:

Karmin / Echtes Karmin (E 120): nicht vegan

Dieser scharlachrote Farbstoff wird durch das Abkochen von weiblichen Schildläusen separiert und wird unter anderem in Lippenstiften, Stofffarben und Malerfarben verwendet, kommt aber auch als Färbemittel in Lebensmitteln zum Einsatz:
- Schöfferhofer Grapefruit
- M&Ms

E200-E297 + E1105: Konservierungsstoffe

Diese Zusatzstoffe werden dafür verwendet, um Lebensmittel länger haltbar zu machen.

Ameisensäure (E 236): nicht vegan

Wie der Name schon sagt, wird dieser Stoff aus Ameisen extrahiert. In der menschlichen Lebensmittelindustrie werden die Säure sowie die daraus gezogenen Salze E 237 und E 238 (Natrium- und Kaliumformiat) nicht mehr verwendet, wohl aber noch in Tierfutter und Kosmetika.

Milchsäure (E 270): vegan

Auch wenn die Bezeichnung eindeutig nicht vegan klingt, wird Milchsäure nicht von Säugetieren gewonnen, sondern entsteht bei bestimmten Gärungsprozessen durch Lactobazillen (Bakterien). Sie wird in vielen Lebensmitteln als Säuerungsmittel eingesetzt und wirkt konservierend, kann aber auch in Haushaltsprodukten als Kalklöser oder als antibakterielles Reinigungsmittel vorkommen. Die Bakterien produzieren dabei außerdem auch das antibiotisch wirkende Nisin (E 234).

Lysozym (E 1105): nicht vegan

Lysozyme werden unter anderem aus Hühnereiern oder aus der Milch von Kühen gewonnen und werden zum Beispiel für das Unterdrücken der Milchsäuregärung beim Bierbrauen verwendet, indem das Enzym die Milchsäurebakterien angreift.

E300-E392 + E586: Antioxidantien & Säureregulatoren

Diese Stoffe sollen unter anderem vor der Reaktion mit dem Sauerstoff aus der Luft schützen.

Lecithin (E 322): vegan / nicht vegan

Lecithine kommen in der Zellwand von pflanzlichen und tierischen Lebewesen vor und werden aus Eidotter oder Pflanzen-Samen gewonnen. Das pflanzliche Lecithin wird mittlerweile als hochwertiger gesehen, als tierisches, weshalb In Lebensmitteln werden sie unter anderem zugesetzt, damit Schokolade nicht so schnell schmilzt oder damit Margarine beim Braten nicht spritzt. Freundliche Hersteller schreiben auf ihre Produkte drauf, woher sie die Lecithine nehmen (Soja-Lecithine ö.ä.).

E420-E421, E950-E968: Süßungsmittel

Neben gewöhnlichem Haushalts-Zucker (Saccharose) gibt es auch einige alternative Süßungsmittel in Lebensmitteln.

Lactiol / Laktit (E 966): nicht vegan

Dieser Stoff wird durch das Lösen von Laktose aus Säugetier-Milch hergestellt.

E400-E495: Emulgatoren, Stabilisatoren, Verdickungsmittel & Geliermittel

Diese Stoffe sind alle vegan. Auch die Lactylate NSL und CSL (E 481, E 482) werden nur aus Milchsäure hergestellt.

E500-E585: Geschmacksverstärker

Auch hier gibt es keine Hinweise auf eine Gewinnung aus Tieren.

E900-E1521: Sonstige Stoffe

Bienenwachs (E 901): nicht vegan

Das Wachs wird aus den Bienenstöcken entnommen.

Candelillawachs (E 902): vegan

Dieses Wachs stammt vom Candelilla-Busch.

Carnaubawachs (E 903): vegan

Dieses Wachs stammt von der Carnauba-Palme.

Schellack (E 904): nicht vegan

Schellack bezeichnet die Ausscheidungen von Lackschildläusen, welche zuvor bestimmte Pflanzen gefressen haben müssen. Für ein Kilogramm Lack werden 300.000 Läuse benötigt.

Mikrowachs (E 905): vegan

Dieses Wachs wird auch als Paraffin bezeichnet.

Carbamid / Urea / Harnstoff (E 927b): vegan

Anders als man vielleicht erwarten würde, wird Urea nicht aus Urin gewonnen, sondern synthetisch hergestellt. Im Haber-Bosch-Verfahren werden Erdgas, Luft und Wasser zunächst zu Ammoniak und schließlich zu Harnstoff verarbeitet.